Mit dem richtigen Dünger werden Pflanzen gestärkt und Algen reduziert. Wie Algen wirkungsvoll bekämpft werden können, ist in diesem Ratgeber erklärt.
Algen und Pflanzen benötigen grundsätzlich die selben Nährstoffe, allerdings in unterschiedlicher Zusammensetzung. Pflanzen benötigen ein komplexes Nährstoffangebot von insgesamt 16 Mineralstoffen um Photosynthese zu betreiben. Algen hingegen konzentrieren sich auf deutlich weniger Stoffe. Darum ist die Grundregel zur Bekämpfung von Algenplagen, die Herstellung eines Nährstoffgleichgewichtes. Zu diesen Nährstoffen gehören: Licht, CO2, Makro- und Mikronährstoffe.

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Licht
Entscheidend für den Kauf einer Lampe ist nicht die Lichtfarbe (Kelvin – K), sondern die Lichtstärke (Lumen). Die Lichtstärke (Lumen) ist wiederum vom Lichtstrom (LUX) zu unterscheiden. Die Lichtstärke (Lumen) gibt an, mit welcher Energie die Lampe leuchtet, wohingegen der Lichtstrom (LUX) angibt, wie viel Licht beim zu beleuchtenden Objekt ankommt. Da aber kaum jemand ein LUX-Meter daheim hat und die Hersteller auch keine genormten LUX-Werte zu ihren Produkten ausweisen, können wir uns beim Kauf von neuen Leuchtmitteln nur an der Lumen- bzw. Watt-Angabe orientieren.

Empfehlung:
T5 Leuchtstoffröhren: Für die meisten Pflanzen reicht ein Lichtverhältnis von 0,4-0,6 Watt pro Liter
LED-Leuchten: Bei LED-Beleuchtungen sind es 30-50 Lumen pro Liter
(Um dieses Verhältnis zu errechnen, werden Lumen- oder Watt-Wert durch die Literanzahl des Beckens geteilt. Beispiel: Das Becken hat 200 Liter und es verfügt über 2 Leuchtstoffröhren mit je 28 Watt und Reflektoren. Die Rechnung lautet wie folgt: 2×28 Watt / 200 Liter = 0,28 Watt pro Liter Wasser. In „normal bepflanzten“ Becken reicht das oft aus. Für Becken mit roten Pflanzen währe das zu wenig.)

Wie viel Licht genau ein Aquarium benötigt, hängt von der Auswahl der Pflanzen ab. Bodendecker und rötliche Pflanzen benötigen mehr Licht, klassische Aquarienpflanzen wie die Anubias, Javafarn und weitere benötigen eher wenig Licht.

Sobald die Lichtstärke an die Aquarienpflanzen angepasst wurde, ist die Ursache für Algenwachstum im Ungleichgewicht der Nährstoffe zu suchen. Zusätzlich ist es wichtig die Reinigung des Beckens nicht zu vernachlässigen. (dazu mehr bei den jeweiligen Algentypen – siehe unten).

Beachtet werden sollte zudem, dass Aquarien nicht ans Fenster zu stellen sind, da sie dort nicht dauerhaft mit derselben Lichtstärke beschienen werden, sondern die Lichtstärke wetter- und einstrahlwinkelabhängig schwankt, was es quasi unmöglich macht, die anderen Nährstoffe dem Licht entsprechend einzustellen.

Die sogenannte „Mittagspause“, bei der um die Mittagszeit für ein paar Stunden das Licht ausgeschaltet wird, kann in Becken mit nicht ausgewogenen Nährstoffverhältnissen oder bei neu eingerichteten Becken Algen eindämmen. In Becken bei denen sich alle Nährstoffe im Gleichgewicht befinden und die Einlaufphase abgeschlossen ist, wird keine „Mittagspause“ benötigt.

Die gesamte Empfehlung zum Nährstoffgleichgewicht ist hier zu finden: Nährstoffgleichgewicht

CO2
Pflanzen benötigen in Summe 16 verschiedene Mineralstoffe um zu wachsen und Photosynthese zu betreiben. Wasserstoff und Kohlenstoff sind in der Pflanzenmasse am meisten vorhanden. Darum ist eine zusätzliche Versorgung mit Kohlenstoff über eine CO2-Anlage wichtig, wenn ein besonders üppiges Pflanzenwachstum erreicht werden soll. Die meisten Pflanzen wachsen auch ohne zusätzliche CO2-Zufuhr – dann allerdings nicht so schön und kraftvoll.

Wenn nicht genügend CO2 im Becken vorhanden ist, begünstigt dies z.B. das Wachstum von Pinselalgen und Fadenalgen.

CO2-KH-pH Rechner

Empfohlen wird ein CO2-Wert von 20-40 mg/ l
Wie hoch der CO2-Wert im Becken ist, kann mit Hilfe des folgenden Kalkulators ermittelt werden. (Bitte Komma als Punkt darstellen. Also bspw. ph 7,2 als 7.2 eintragen.)

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DIE BERECHNUNG FUNKTIONIERT NUR MIT JAVASCRIPTUNTERSTÜTZUNG







Die Berechnung funktioniert nur dann, wenn sonst keine pH beeinflussenden Stoffe im Becken vorhanden sind (bspw. pH-plus/minus-Präparate, Eichenlaubextrakt, Huminsäure abgebende Wurzeln, Soil als Bodengrund). Der Rechner bietet darum zwar eine mathematisch korrekte, aber lediglich eine theoretische Einschätzung Deines CO2-Gehaltes. Sollten die genannten pH-beeinflussenden Stoffe im Becken vorhanden sein, so empfehlen wir die Nutzung von CO2-Dauertests.

Sobald der CO2-Anteil auf unsere oben stehende Empfehlung erhöht wird, verschwinden bspw. Pinselalgen in der Regel wieder – falls nicht: siehe in der unten stehenden Tabelle nach.

Makronähstoffe
Neben CO2 sind die Makronährstoffe Nitrat und Phosphat die wesentlichen Hebel für bzw. gegen Algen.

Wenn von diesen beiden Stoffen zu viel im Becken sind: entstehen Algen
Wenn von diesen beiden Stoffen zu wenig im Becken sind: entstehen auch Algen

Unsere Empfehlung für Gesellschaftsbecken ist: NO3 = 10 – 20 mg/ l und PO4 = 0,2 – 0,6 mg/ l

Wenn die Werte über der empfohlenen Konzentration liegen, sollten sie mit Wasserwechsel reduziert werden.
Wenn die Werte unterhalb der empfohlenen Konzentration liegen, sollten sie mit Nitrat- und Phosphat-Dünger erhöht werden (Shop.

Sollten sich bei den angegebenen Werten dennoch Algen bilden, so liegt dies daran, dass die restlichen Parameter (wie Licht und CO2) nicht auf unsere Empfehlung passen. Darum sind unsere Empfehlungen immer im Gesamtzusammenhang zu betrachten. Zudem gibt es immer auch noch weitere Gründe für Algen. Die hier beschriebenen Maßnahmen reichen in >90% der Fälle aus, um die Algen auch langfristig bekämpfen zu können.

Weitere Maßnahmen sind in den unten stehenden Tabellen zu finden.

Gängige Makrodünger:

NPK

Nitrat 1 KNO3

Phosphat

Mikronährstoffe
Mikronährstoffe werden in nur sehr geringen Mengen benötigt. Diese sind bspw. Eisen (Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn), Bor (B), Kupfer (Cu), Chlorid (Cl).

Am relevantesten ist hier: Eisen (Fe)

Ist zu viel Eisen enthalten, liegt dies meist an einer zu hohen Düngung. In diesem Fall ist die Düngung entsprechend anzupassen und Wasserwechsel durchzuführen. Unser Erfahrungswert ist, dass Pflanzen mit einem Eisenwert von 0,05 – 0,2 mg/ l am besten wachsen und keine Algen entstehen.

Weitere Maßnahmen sind in den unten stehenden Tabellen zu finden.

Unser bester Mikrodünger:

Eisenvolldünger

Algen bekämpfen – leicht gemacht

Die Tipps und genannten Nährstoffwerte beziehen sich im Wesentlichen auf eingefahrene Becken. Bei frisch aufgesetzten Becken sind die Nährstoffwerte zu halbieren (also anstatt Nitrat 10 – 20 mg/ l, wären es dann nur 5 – 10 mg/ l).

Algenart: 
Pinselalgen
Algen bekämpfen Pinselalgen
Pinselalgen können in aller Regel sehr leicht bekämpft werden.

  • Abkochen: Oft wird lediglich Hardscape befallen. Dieses ist zu reinigen (soweit möglich: am besten abkochen).

  • Befallene Blätter entfernen: Befallene Blätter sind zu entfernen, damit sich die Pflanze auf die gesunden Blätter konzentriert.

  • Nährstoffe anpassen: In aller Regel verschwindet die Alge, wenn der CO2-Gehalt auf 20-40 mg / l und Nitrat (NO3) auf 10-20 mg / l angehoben wird.

  • Gammelecken entfernen: Sollte die Erhöhung von CO2 und NO3 nicht schon zum Ziel geführt haben, so sollte das Becken auf Gammelecken untersucht werden. Evtl. gammelt es im Filter (Material austauschen) oder aber unter einer Wurzel im Boden.

  • Strömung: Pinselalgen entstehen zudem häufig an Stellen mit hoher Strömung (Strömung aber nicht die eigentliche Ursache! Die Ursache für Algenwachstum ist in den Wasserwerten zu finden).

  • Eisendüngung reduzieren: Pinselalgen treten manchmal auf, wenn die Eisendüngung zu hoch ist (Eisendüngung reduzieren).

  • Easy Carbo: Sollten die genannten Punkte alle nicht helfen, so kann die Alge sehr gut mit EasyCarbo(R) bekämpft werden. Dazu am besten den Filter ausschalten und die befallenen Stellen mithilfe einer Spritze EasyCarbo(R) einnebeln. Nach 20 Minuten den Filter wieder einschalten. EasyCarbo(R) bestellen: EasyCarbo(R)* (Siehe weitere Hinweis unterhalb der Tabelle)
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Bartalge
Algen bekämpfen Bartalgen
Bartalgen: Sie gehören genauso wie Pinselalgen zur Gattung der Rotalgen. Darum bitte alle Punkte zur Beseitigung von Pinselalgen berücksichtigen.

  • Stickstoffkette. In Becken, in denen CO2- sowie Nitrat-Werte und die Eisendüngung passen, sind Bartalgen ein relativ sicheres Zeichen dafür, dass etwas in der Stickstoffkette nicht stimmt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Filtermaterialien veraltet sind. Bei Filterwatte bildet sich oft nach 2-3 Monaten ein nicht wieder auswaschbarer brauner Schlamm (voll mit anaeroben Bakterien). Nach einem Tausch der Filtermaterialien verschwindet die Alge meist von alleine.
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Schwebealgen
Algen bekämpfen Algenblüte Schwebealgen
Schwebealgen treten bei viel Licht und einem hohen Ammonium-Gehalt vor allem bei frisch einfahrenden Becken auf, können aber auch in Becken mit 1-2 Jahre Standzeit (und auch danach noch) auftreten. Aber auch diese Algenart ist leicht zu entfernen.

  • UVC: In allen uns bekannten Fällen hat der Einsatz eines UV-C Klärers geholfen die Schwebealgen zu entfernen (Erfolgswahrscheinlichkeit: 99 %). Die Ultraviolettstrahlung dieser Lampe zerstört die Zellen der Alge. Mindestens sollte mit einer Stärke von 1 Watt/ 50 Liter Aquarienwasser gearbeitet werden. Besser ist jedoch mit der doppelten Watt-Stärke, also 2 Watt/ 50 Liter zu arbeiten. Letzteres wären rechnerisch 8 Watt für ein 200 Liter Becken. Die Marke SUNSUN bspw. bietet eine Serie von Außenfiltern, in welche bereits ein UV-C Klärer integriert ist LINK* In unserem Test wurde das links im Bild dargestellte Aquarium innerhalb von 4 Tagen optisch schwebealgenfrei.

  • Feinstfilter: Neben der UV-C gibt es weitere Produkte wie Feinstfilter, die als zusätzliche Filterschicht eingebracht werden können. Unserer Erfahrung nach funktionieren diese Methoden nicht. Wir raten zur UV-C Methode.

  • Dunkelkuren: Ähnlich wie die Nutzung einer UVC hat die Dunkelkur ebenfalls eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit (>90%). Da bei Dunkelkuren über den Zeitraum von einer Woche dem Becken mittels Decke oder Pappe das komplette Licht entzogen wird, nimmt die Alge, aber auch jede andere Pflanze in dem Becken Schaden. Aus diesem Grund empfehlen wir die oben genannte UVC-Methode.

  • Wasserwechsel: In wenigen Fällen verschwindet diese Alge durch große, tägliche Wasserwechsel (Erfolgswahrscheinlichkeit: <20 %)
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Fadenalge

(Bildquelle: Shutterstock.com Bildnummer: 252861883 Urheberrecht: Palau)


Fadenalgen sind (meist) leicht zu bekämpfen.

  • Absammeln: Als erste Maßnahme wird eine mechanische Entfernung empfohlen. Fadenalgen lassen sich mechanisch einfach lösen, indem sie unter Zuhilfenahme von Chinastäbchen oder einer Pinzette aufgewickelt werden. Eine alte Zahnbürste oder alles andere, in dem sich die Alge verfängt funktioniert auch.

  • Kontrolle der Nährstoffe: Als zweites sollten die Wasserwerte korrigiert werden. Fadenalgen treten auf, wenn zu wenig Nitrat und/ oder zu wenig CO2 im Becken vorhanden ist. Mit Hilfe einer entsprechenden Düngung verschwindet die Alge in aller Regel wieder sehr schnell. Zielgehalte sind: Licht: 0,5 Watt/ Liter; Co2: 20-40 mg/ Liter; No3: 10-20 mg/ Liter; Po4: 0,2-0,6 mg/ Liter; Eisen: 0,1-0,2 mg/ Liter. Im Falle eines Fadenalgenbefalls empfehlen wir für die Dauer der Bekämpfung von phosphathaltigen Düngern abzusehen – nach erfolgreicher Fadenalgenbekämpfung sollte die Phosphatdüngung weitergeführt werden.
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Grüne Punktalge
Punktalge auf Scheibe


Punktalge auf Staurogyne Repens
Grüne Punktalgen sind die vielleicht am häufigsten anzutreffenden Algen in Aquarien. Ein 100%iges Rezept gegen diese Alge gibt es nicht. Sie kann aber deutlich eingedämmt werden.

  • Entfernung: Zunächst sollte sie regelmäßig mechanisch von der Scheibe geschabt werden. Hierzu kann kostengünstig eine alte Kredikarte/Mitgliedskarte verwendet werden (diese kostet nichts und beschädigt weder Glas, noch Silikon). Zudem gibt es Schaber, Magnet Scheibenreiniger, Handschuhe und vieles mehr. Am meisten bewährt haben sich Schaber. Sie sind leicht zu führen und schneiden Präzise die Punktalge von der Scheibe. Schaber bestellen: JBL Scheibenreiniger* Für größere Becken empfehlen wir den „JBL Scheibenreiniger Aqua T“, da er über eine größere Klinge verfügt. Sollten Pflanzen befallen sein, so sind die betroffenen Blätter zu entfernen.
  • Nährstoffe kontrollieren: Als zweites sollten die Wasserwerte korrigiert werden. Punktalgen treten vermehrt auf, wenn zu wenig Phosphat im Becken vorhanden ist. Mit Hilfe einer entsprechenden Düngung lässt sich die Alge auf ein Minimum reduzieren. Zielgehalte sind: Licht: 0,5 Watt/ Liter; CO2: 20-40mg/ Liter; No3: 10-20 mg/ Liter; Po4: 0,2-1,0 mg/ Liter; Eisen: 0,1-0,2 mg/ Liter.
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Bakterien bekämpfen – leicht gemacht

Neben Algen finden sich auch andere, unerwünschte Bakterienstämme wie Cyanobakterien und Kahmhaut in der Aquaristik. Beides sind Bakterienstämme mit tausenden von Unterarten, welche Nährstoffe verwerten und damit eigentlich eine nützliche Funktion im Becken einnehmen. Eine nützliche Funktion, die (im aquaristischen Sinn) in funktionierenden Becken von nicht sichbaren Mikroorganismen übernommen wird. Diese nützlichen Mikroorganismen sind allerdings in Becken, in denen es zu Cyanobakterien und Kahmhaut kommt, nicht ausreichend vorhanden, weshalb ihre unerwünschten Verwandten ihren Platz einnehmen. Der einzige Weg die erwünschten Mikroorganismen zu stärken, ist ihre unerwünschten Artgenossen zu entfernen. Die „gängigen“ Methoden zur Algenbekämpfung greifen nicht bei Bakterien.

Bakterienart: 
Kahmhaut
Kahmhaut bekämpfen
Kahmhaut wieder loszuwerden ist nicht einfach und erfordert viel Ausdauer.

  • Eisendüngung: Kahmhaut tritt oft bei einer zu hohen Eisendüngung auf. Eine mögliche Maßnahme ist die Eisendüngung zu reduzieren. Wenn die Düngung aber grundsätzlich zu den Pflanzen im Becken passt, so ist die Empfehlung, die Eisendüngung beizubehalten und die Kahmhaut mit den folgenden Methoden zu beseitigen.

  • Absammeln: Die erste Empfehlung ist, sie mit Hilfe von Küchentüchern, zu entfernen. Das Küchentuch für 2-3 Sekunden flach auf die Wasseroberfläche legen. Es saugt die Bakterien in sich auf.

  • Oberflächenbewegung: Kahmhaut reagiert empfindlich auf Oberflächenbewegung. Dies kann durch umlenken des Filterauslassen erreicht werden.

  • Skimmer: Die von uns favorisierte Lösung ist ein Skimmer. Skimmer saugen Wasser von der Oberfläche an und zerstören so die Kahmhaut. Nebeneffekt ist, dass unerwünschte andere Nebenerscheinungen wie Entengrütze oder Reste von Pflanzen aufgesaugt werden. Ein solcher Skimmer kann über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden. Um Kahmhaut dauerhaft zu entfernen, reicht es den Skimmer 4x am Tag für 15 Minuten laufen zu lassen. EHEIM bietet einen wirklich sehr kleinen Skimmer für wenig Geld: EHEIM Skim 350* Bei einem 200Liter Aquarium dauert es knapp 2 Minuten und die Kahmhaut an der Oberfläche ist verschwunden. Dieser Skimmer ist in Kombination mit einer Zeitschaltuhr sogar Garnelensicher. Sollte eine Garnele eingesaugt werden, so bleibt sie auf dem Schwamm hängen und krabbelt nach Ablauf der 15 Minuten wieder aus dem Filter heraus.
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Cyanobakterie/ Blaualge/ Schmieralge
Blaualge Cyanos bekämpfen
Cyanobakterien/ Blaualgen/ Schmieralgen: Sie gehören zu den ältesten Bewohnern unseres Planeten. Von ihnen existieren ca. 2.000 Unterarten, von denen einige hundert aquaristisch relevant sind. Das Problem mit ihnen ist: jede Cyano-Art verhält sich leicht anders. Äußerlich werden manche blau, manche eher rötlich bis bräunlich, andere tiefgrün. Sie sondern Stoffe ab, die toxisch wirken können. Sie befallen Gegenstände und ersticken Pflanzen unter sich. Um sie loszuwerden und darüber die nützlichen Mikroorganismen zu unterstützen, die ihren Platz einnehmen werden (siehe oben), gibt es folgende Maßnahmen (welche manchmal über einen langen Zeitraum wiederholt werden müssen):

  • Mechanische Entfernung: Als erstes sind sie, so gut wie es geht, zu entfernen. Am besten sollte ein Mulmsauger benutzt werden um die betroffenen Gegenstände und Blätter zu säubern. Für die Dauer der Behandlung sollte dies mehrmals pro Woche geschehen. Je öffter, desto besser.

  • Animpfen: Hilfreich ist es, einen Filterschwamm aus einem gut funktionierenden Becken in dem betroffenen Becken auszuwringen. Dadurch wird die Mikrobiologie des Beckens gestärkt.

  • EasyCarbo: Lokal können Cyanos auch mit EasyCarbo(R) oder H2O2 behandelt werden. Hierzu EasyCarbo(R) (wie schon oben bei den Algen beschrieben) auf eine Spritze aufziehen und die Cyanobakterien mehrmals über ein paar Tage einnebeln. Dabei immer die Gebrauchsanweisung beachten.

  • Kaliumkur: In einigen Fällen haben Kaliumkuren geholfen. Hierbei wird rechnerisch der Kalium-Wert auf 30 mg / l angehoben (bei zeitgleich NO3 = 15 mg / l). Benötigt wird ein Kaliumdünger. Die 30 mg / l sollten eine Woche gehalten werden. Anschließend kann der Kaliumwert wieder auf <10 mg / l abfallen.

  • Blue Exit: Eine weitere Möglichkeit Cyanobakterien loszuwerden, ist die Easy Life(R) Blue Exit* Methode. Hierbei wird, gem. Verpackungsbeilage, das Mittel über 5 Tage lang ins Becken gegeben. Es gibt Berichte über bessere Erfolge bei längerer Anwendung. Die Bakterien verringern sich binnen von 14 Tagen.

  • Fressfeinde: Da Cyanobakterien giftig sind, gibt es kaum Tiere, die sie fressen. Darum sollte auch nicht versucht werden, Tiere gegen dieses Bakterium einzusetzen.

  • Sauerstoff: Zudem gibt es Berichte, dass Cyanobakterien auf Sauerstoffzufuhr reagieren.
    Hierbei wird dem Becken Sauerstoff hinzugefügt. Da es unter den Cyanobakterien sowohl anaerobe, als auch aerobe Stämme gibt, ist die Wirksamkeit von Sauerstoffbehandlungen fraglich, kann aber bei manchen Stämmen hilfreich sein.

  • Dunkelkur: Da Dunkelkuren auch Pflanzen in Mitleidenschaft ziehen, möchten wir sie nur in hartnäckigen Fällen empfehlen. Es sollte vorher versucht werden die Cynos mit Hilfe der oben genannten Punkte einzudämmen.
    Anleitung Dunkelkur: Nach einem 80%igen Wasserwechsel, wird das Becken mit Decken, Pappe oder ähnlichem 100% abgedunkelt. Wichtig ist, dass wirklich gar kein Licht mehr ins Becken kommt. Die Lampen sind natürlich auszuschalten. Das CO2 ist ebenfalls auszuschalten. Ggf. sind Luftsprudler (für O2) zu installieren. Dieser Zustand sollte eine Woche gehalten werden. In dieser Zeit nur wenig füttern und weiter die Cyanobakterien mechanisch absammeln. Zudem sollten alle 2 – 3 Tage ein 50%iger Wasserwechsel stattfinden. Nach „7 Tagen Dunkelheit“ kann das Becken wieder abgedeckt und normal in Betrieb genommen werden. Dunkelkuren führen in den meisten Fällen zum Ziel, sind aber ggf. zu wiederholen.
In manchen Fällen kommen die Cyanobakterien nach einer erfolgreichen Bekämpfung wieder. Das passiert immer dann, wenn die nützlichen Bakterien es nicht geschafft haben die Lücke der Cyanos zu füllen. Das heißt, dass die Mikroflora und -fauna immer noch nicht stabil funktioniert. Die oben stehenden Methoden müssen in solchen Fällen wiederholt werden. Am besten direkt bei dem ersten Anzeichen reagieren.

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Quellenangabe Bild Fadenalgen: Shutterstock.com: Bildnummer: 252861883, Urheberrecht: Palau